Station 3

Die Stadtmusikanten und der Krusenhoff

In Verdenermoor litten die armen Moorbauern unter einer Mäuseplage. Das letzte Korn wurde ihnen weggefressen. Um dieser Plage Einhalt zu gebieten, hielten sie sich Katzen, die täglich mindestens fünf Mäuse fangen mussten. Doch alte Katzen, die das nicht mehr schafften, wurden in einem der Moorgräben ersäuft. So sollte es auch mit einer Katze auf dem Krusenhoff geschehen. Jämmerlich maunzend saß sie auf dem Krusendamm. Esel und Hund kamen ihr gerade recht daher, und so zog sie als Dritte mit nach Bremen.

 

Der Krusenhoff in Verdenermoor

Die Hofstelle wird nach Christian Kruse benannt, der um 1800 den Moorhof von Marie Tietje übernahm. Das jetzige Wohnhaus wurde 1876 gebaut. Alle Krusens waren Anhänger des hannoverschen Welfengeschlechts. So auch der älteste Sohn Hermann, der 1866 in die Schlacht bei Langensalza zog (Preußen gegen Hannover).
Wegen der Treue zum Hause Hannover gab es 1899 von Ernst-August Herzog von Cumberland (England und Irland) Braunschweig und Lüneburg zur diamantenen Hochzeit einen Silberbecher. Und auch für die letzte Ruhestätte kam eine Kranzschleife mit den Kronensymbolen des Herzoges, ein Relikt aus der Zeit der „englischen Personalunion“.

 

   

 

Heute ist die Hofstelle ein beliebter Anlaufpunkt für Gäste, die in der Abgeschiedenheit des Moores Urlaub auf dem Lande machen wollen.
 

Das Verdener Moor

Ein typisches Hochmoor, wie fast alle Moore in dieser Region. Im Gegensatz zu Niedermooren haben Hochmoore einen niedrigen pH-Wert und keine Grundwasserverbindung.
Was in diesem Moor versinkt oder versenkt wird, bleibt daher auch nach tausend Jahren erhalten. Im Mai 1925 wurde beim Torfstechen ein Tuch mit den Maßen 250 mal 170 Zentimeter gefunden. Es wird berichtet, dass es von einer 1,70 Meter dicken Torfschicht bedeckt war. Aufgrund der Gewebestruktur wurde geschätzt, dass es aus dem 4. Jahrhundert stammen könne.
Der Torfschicht nach zu urteilen, die pro Jahr um einen Millimeter wächst, könnte es aber auch nahezu 1700 Jahre alt sein. Ein weiterer Fund aus der Bronzezeit ist ein freigelegter, sogenannter Stapfweg. In Abständen von einem halben Meter wurden Steine mit einem Durchmesser von 25 bis 40 Zentimeter versetzt als Pfad durchs Moor gelegt. Das Verfahren, auf diese Art Moorflächen zu durchqueren, wird um die Zeit 700 v. Chr. datiert.

Eine der ersten bekannten Urkunden, die das Verdener Moor nennt, stammt aus dem Jahre 1551. Christoph Erzbischof von Bremen, Administrator des Stifts Verden, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, übertrug 1551 den Bürgern der Verdener Süderstadt dieses „Wilde Moor“. Im Schreiben heißt es unter anderem:

„Zum behuf ihrer Feuerung (der Süderstädter) Torf zu stecken, damit unsere und des Stifts Hölzer (Wälder) dadurch verschont und nicht verhauen werden“.

 

 

 

 

 

 

 

Die Besiedlung erfolgte 1789. In dieser Zeit wurde dieses Gebiet „Süderstädtisches Moor“ genannt. Die Grenzverlauf wurde mit Grenzsteinen markiert, die das Zeichen der Süderstadt tragen. 

  

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