Station 2

Die Stadtmusikanten und der Königshof.
Der Weg nach Bremen führte den Esel am Königshof vorbei. Hier
traf er auf Packan, den Jagdhund. Weil der alt war und zur Jagd
nicht mehr taugte, sollte er von seinem Herrn erschlagen werden.
Wie froh war der, als ihn der Esel aufforderte, mit ihm nach Bremen
zu wandern.
Jagdhunde werden seit alters her auf diesem Hof gehalten. Wie
Hofbesitzer Heinrich Lackmann jedoch versichert, erhalten die,
wenn sie alt sind, ihr Gnadenbrot und werden nicht erschlagen,
wie es einstmals in alten Zeiten sein sollte.

 Königshof (Villae regiae).
Seit der Merowingerzeit (500 bis 751) gibt es diese Art ländlicher Wirtschaftshöfe auf ehemals königlichem Landbesitz, die der Versorgung und dem gelegentlichen Aufenthalt des Königs und seines Hofstaats dienten.
Die Merowinger waren das älteste bekannte Königsgeschlecht der Franken vom beginnenden 5. Jahrhundert bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts. Sie wurden um 751 vom Geschlecht der Karolinger verdrängt.
Der erste Karolingerkönig war Pippin der Erste 751 – 768.
Sein Sohn, Karl der Große erlangte seine historische Größe neben den erfolgreichen Kriegen gegen die Sachsen und den Langobarden sowie durch den Ausbau der Verwaltung und der Entwicklung einer geregelten Gesellschaftsordnung.

Die Errichtung von Königshöfen in Niedersachsen ist den Jahren um 800 nach Ch. zuzuordnen.
Diese landwirtschaftlichen Domänengüter, waren wichtige Stützen der Verwaltung des fränkischen Großreiches.
In der Regel wurden die Königshöfe an einer wichtigen Straße in Abständen von einer Pferde-Tagesreise (30 bis 50 Kilo-meter) gebaut.
Zur Straßensicherung lagen die Königshöfe zumeist an wichtigen Geländeabschnitten, wie an Flussübergängen, Passhöhen oder Talengen.

Mittelpunkt war ein großes, festes Haus mit Wirtschaftsgebäuden wie Stallungen, Scheunen, Speicher, Backhaus und Wohnhäusern für das Gesinde.
Da landwirtschaftliche Güter vom lebens-notwendigen Wasser abhängig waren, erfolgte der Bau von Königshöfen oft in der Nähe von Quellen oder Bächen.
Im Haupthaus des Hofes fand der durch-reisende König, der noch keine feste Residenz hatte, ein ständig aufnahme-bereites Quartier.

Des Königs Gefolge schlugen seine Zelte in dem am Königshof befindlichen Garten auf, der darum auch "Heriberga" hieß, der Ort, wo sich das Heer bergen konnte.
Um das Rastquartier des Königs zu sichern, war ein Königshof in der damals üblichen Weise befestigt mit Wall und Graben, Palisaden, Flechtzaun oder Dornhecken, einem sogenannten „Tunimus“.

Der Grundriss bisher erforschter Königshöfe ist zwar sehr unterschiedlich, bildet aber häufig ein Rechteck von etwa 50 Meter Breite und 100 Meter Länge.

Der Königshof in Visselhövede
Das älteste Gebäude der Hofanlage stammt aus dem 15. Jahrhundert, zu erkennen an den kunstvoll geschnitzten Kopfbändern, die unter dem Dach hervorragen.
Noch heute ist der Hof eine landwirtschaftliche Vollerwerbsstelle.
Milchwirtschaft, Rinderzucht, Schweinemast und der Anbau von Kartoffeln sichern dabei die wirtschaftliche Grundlage.
Die nächsten noch bekannten Königshöfe gibt es in Neuenkirchen, Scheeßel sowie Stuhr im Landkreis Diepholz.
 

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