Station 1

Die Stadtmusikanten und die Stellichter Obermühle.

Vor langer, langer Zeit lebte in einem kleinen Ort, nicht weit von Bremen bei der Obermühle in Stellichte, ein Müller, der hatte einen Esel. Weil dieser alt war und seine Arbeit nicht mehr schaffen konnte, dachte der Müller daran, „ihn aus dem Futter zu schaffen“. Der Esel merkte, „dass kein guter Wind wehte“, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen. Dort, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Denn von Reisenden hatte er gehört, wie diese davon erzählten, dass „Stadtluft freimachen sollte". So der Anfang der Geschichte der Stadtmusikanten.

 

 In der Stellichter Gutskirche

 Die Stellichter Obermühle
Sie dürfte schon vor 1392 erbaut worden sein.
Mit dem Wasser des aufgestauten Flüsschens Lehrde im Mühlenteich wurden die Wasserräder und ab 1935 eine Turbine angetrieben. Im Mühlengebäude drehten sich zwei einfache Walzenstühle und ein Schrotgang.
Die Obermühle gehörte ursprünglich zum Wirtschaftsbetrieb des Rittergutes der Familie von Behr. 1786 kaufte der Müller Anton Heinrich Müller die Mühle mit dem Stallgebäude für 786 Taler als Erbzinsmühle.

Bei einer Erbzinsmühle wurde die Mühle dem Müller zur Nutzung auf Lebenszeit und zur Weitervererbung im Untereigentum gegen Erbzins überlassen. Das Obereigentum verblieb bei den Grundherren.

1810 heiratete Georg-Heinrich-Wilhelm Barenscheer die Tochter des Anton Müller. Ab diesem Zeitpunkt waren alle weiteren Mühlenbesitzer Barenscheers.
Es handelte sich um eine typische Müllerfamilie, deren Namen bei fast 20 Mühlen in Niedersachsen nachgewiesen wurde. Der Betrieb der Obermühle endete im Zuge des Mühlenstilllegungsprogramms 1963. Neben dem Mühlen- und einen landwirtschaft-lichen Betrieb war zwischenzeitlich auch eine Gaststätte sowie das Standesamt im Mühlengebäude untergebracht. Bis zum 30. Juni 2008 führte hier die Familie Barenscheer (Borchert) ein Lebensmittelgeschäft. 

 

  

Die Obermühle, das Rittergut der Familie von Behr, die ehemalige Gutskirche sowie die Niedermühle sind ein geschichtsträchtiges Stellichter  Ensemble.


Ein Sprung in die Entwicklungsgeschichte der Mühlen.
Die Entwicklungsgeschichte der Mühlen begann mit dem Anbau von Getreide. Um die Körner verdaulich zu machen, wurden diese zuvor zerkleinert. Das geschah anfänglich mit einem sogenannten "Reibstein".

Die Weiterentwicklung der Zerkleinerungstechnik führte über den Mörser bis hin zu der ersten primitiven Handmühle, so-genannte Quernen. Ein Drehstein mit Handgriff wurde auf einem ausgehöhlten Bodenstein in drehende Bewegung versetzt.

Der nächste Entwicklungsschritt war vermutlich eine durch Tierkraft angetriebene Mühle.
Ungefähr 300 v. Chr. so wird vermutet, wurde ein von Wasserkraft getriebenes Wasserschöpfrad erfunden.
Im Jahre 10 v. Chr. beschreibt der römische Architekturwissenschaftler Vitruv den Funktionsmechanismus einer "Molina", einer Wassermühle.
Die erste Wassermühle in Deutschland wird im Raum der Mosel vermutet.
Durch den Einfluss der fränkischen Herrscher wurden bis ins Jahr 800 Wassermühlen in fast ganz Deutschland errichtet.

Erst drei Jahrhunderte später kamen die Windmühlen auf.
Das Ende der Wind- und Wassermühlen setzte mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert ein. Durch die Erfindung der Dampfmaschine sowie anderen von Wind und Wasser unabhängige Antriebstechniken wurden diese alten Mühlen von modernen Großmühlen verdrängt.
Weitere Information gibt im internationalen Wind- und Wassermühlen-Museum in Gifhorn.

 

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